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Coaching

Ausgangslage

Der Aufbau von Arbeitseinheiten, die Leitung von Projekten, die Übernahme von Führungsaufgaben, die Neustrukturierung von Organisationseinheiten u.v.m. stellen an den/die Betroffene/n hohe Anforderungen. Die Vorbereitung für neue Aufgaben ist häufig mangelhaft, was rasch dazu führen kann, dass sich ein Gefühl von Überforderung, Unklarheit, Unsicherheit, Orientierungslosigkeit einstellt, was Auswirkungen auf den Erfolg der Arbeit nach sich zieht. Oftmals wird es in schwierigen Situationen noch immer als wichtig empfunden "das Gesicht zu wahren". Das Eingeständnis von Schwierigkeiten oder Unzulänglichkeiten wird sehr häufig nicht als Stärke, sondern als Schwäche angesehen und kann Ängste auslösen. Hilfe wird dann meistens nicht als Unterstützung für Prozess und Entwicklung beansprucht, sondern als Notlösung in einer ausweglosen Situation.

Was ist Coaching?

Coaching ist eine Beratungsform für Personen mit Managementaufgaben. In einer Kombination aus individueller (auf die Bedürfnisse des/der KlientIn abgestimmter), unterstützender Problembewältigung und persönlicher Beratung hilft der Coach als unabhängige/r FeedbackgeberIn. Der Coach nimmt dem/der KlientIn jedoch keine Arbeit ab, sondern berät auf der Prozessebene.
Im Mittelpunkt der Beratung stehen die Klärung und Bewältigung der Anforderungen an die Berufsrolle der KlientInnen, was vorwiegend berufliche aber auch private Anliegen umfassen kann.

Was ist das Ziel?

Ein Grundziel des Coaching ist die Hilfe zur Selbsthilfe und die Förderung von Verantwortung, Bewusstsein und Selbstreflexionsvermögen.
Hinter diesen Begriffen steht folgender Gedanke: Der Coach hilft dabei, Möglichkeiten zu erkennen und zu nutzen. Die vorhandenen Fähigkeiten und Kenntnisse des/der KlientIn werden eingesetzt und entwickelt. Ziel eines Coaching-Prozesses ist somit immer Wahrnehmung, Erleben und Verhalten des/der Gecoachten zu verbessern bzw. zu erweitern. Der Coach macht sich als FeedbackgeberIn daher letztendlich überflüssig.
Die Auseinandersetzung mit veränderten Sichtweisen ermöglicht neue Handlungsstrategien und die Verbesserung beruflicher Leistungsprozesse. Dies führt zu höherer Lebensqualität im Beruf und beugt dem Burn-out vor. Coaching aktiviert schlummernde Ressourcen in Bereichen wie Kreativität und Flexibilität und ebnet so den Weg zu gesteigerter Zuversicht und damit zum Erfolg.

Was passiert in einem Coaching?

Coaching ist eine individuelle Beratung auf Prozessebene, d.h. der Coach liefert keine direkten Lösungsvorschläge, sondern begleitet den/die KlientIn und regt dabei an, wie eigene Lösungen entwickelt werden können. In einem Erstgespräch wird Klarheit bezüglich den Anliegen des/der KlientIn geschaffen, werden Erwartungen und Ziele formuliert, sowie Grenzen bestimmt. Wichtig ist es, zu klären, ob Coaching die geeignete Maßnahme für das Anliegen des/der KlientIn ist.
Coaching setzt ein Konzept voraus, welches das Vorgehen des Coach erklärt und den Rahmen dafür festlegt, welche Interventionen und Methoden der Coach verwendet, wie angestrebte Prozesse ablaufen können. Der/die KlientIn wird in einem ersten Gespräch über die Vorgangsweise des Coach von diesem aufgeklärt. Der Coach arbeitet im Rahmen zuvor vereinbarter "Spielregeln", welche der/die KlientIn freiwillig akzeptiert. Dieser "psychologische" Vertrag klärt z.B. Punkte wie die Kritikfähigkeit des/der KlientIn, die Bereitschaft zum kritischen Hinterfragen der eigenen Werte, die Erwartungen, Befürchtungen, aber auch die Gesamtdauer, die möglichen Ziele, die Vorgehensweisen, Grenzen, Tabus u.v.m.
Grundlage der Beratung ist die freiwillig gewünschte, auf Vertrauen basierende, persönliche Beziehung zu dem/der Gecoachten.

Der Coach

Der Coach braucht für seine Arbeit fundiertes Wissen und eine "Schnittfeldqualifikation". Dies bedeutet, dass verschiedene Qualifikationen aus den Bereichen Gesprächsführung, Psychologie, wirtschaftliche Grundlagen, Führung und Management in einem/r Coach vereinigt sein sollten.

Formen des Coaching

  • Einzelcoaching: Hier wird eine Person durch einen Coach beraten. "Typische" KlientInnen sind in der Regel Personen mit Führungsverantwortung und Managementaufgaben sowie Selbständige.
  • Beim Einzelcoaching als Führungsaufgabe ("Vorgesetzten-Coaching") werden MitarbeiterInnen von ihrem/ihrer Vorgesetzten entwicklungsorientiert geführt. Themen und Inhalte sind durch die vorgegebene, in der Regel starre Rollenverteilung stark eingeschränkt.
  • Gruppencoaching bedeutet, dass sich der Coaching-Prozess auf eine Gruppe von Personen bezieht, die zunächst in keinem bestimmten Funktionszusammenhang stehen müssen. Das Gruppencoaching ist teilweise umstritten, da es oftmals kaum von herkömmlichen Teamentwicklungsmethoden unterschieden wird. Oft macht ein Gruppencoaching daher nur Sinn, wenn es durch Einzelcoaching für die Gruppenmitglieder ergänzt wird. Eine Unterform des Gruppencoachings ist das Teamcoaching.
  • Teamcoaching (teilweise auch "Systemcoaching" genannt) ist ein Spezialfall des Gruppencoaching. Hier wird eine bestimmte in einem Funktions- oder Systemzusammenhang stehende Gruppe von Personen (z.B. eine komplette Führungsetage oder Abteilung) - meist in ihrem verhaltensrelevanten Umfeld - gecoacht.
  • Projektcoaching ist wiederum ein Spezialfall des Teamcoaching. Hier helfen Coachs bei der Durchführung von Projekten und arbeiten oft mit mehreren, in einem Funktionszusammenhang stehenden Personen zusammen. Dies kann in Form von Einzel- und Gruppencoaching geschehen. Daher werden im Rahmen von Projektcoaching auch verschiedenen Settings kombiniert, z.B. Coachingmaßnahmen, die in Zusammenarbeit von externen und internen SpezialistInnen konzipiert und durchgeführt werden.
  • Fallcoaching: Eine Gruppe von MitarbeiterInnen, die aus unterschiedlichen Organisationseinheiten kommen, aber den gleichen beruflichen Hintergrund haben (z.B. eine Gruppe von Lehrenden). Ein gemeinsames Thema kann z.B. der Umgang mit schwierigen StudentInnen sein.
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T: +43-1-4277 123 01


Personalwesen und Frauenförderung
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