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Mediation

Ausgangslage

Das Streben nach einem harmonischen Zusammenleben im privaten wie im beruflichen Bereich gehört zu den Grundbedürfnissen jedes Menschen. Wir empfinden Harmonie als Grundvoraussetzung für Wohlbefinden und Entfaltung der Persönlichkeit.
Und dennoch gehören Konflikte zum unvermeidlichen Teil zwischenmenschlicher Beziehungen. Konflikte werden nicht selten als bedrohlich empfunden. Dieses bedrohliche Gefühl erklärt sich aus der althergebrachten Streitkultur, die denjenigen, der entgegenstehende Interessen vertritt, als Feindbild ansieht und auf dessen Unterwerfung ausgerichtet ist. Die angestrebte Lösung besteht im "Sieg" über den/die Andere/n. Diese Art der Konfliktlösung ist nicht nur zerstörerisch, sondern nüchtern betrachtet auch äußerst aufwändig. Mediation will diese Schwachstellen überwinden, indem es auf einem Menschenbild aufbaut, das auf gegenseitigen Respekt und Gleichwertigkeit beruht.

Was ist Meditation?

Mediation ist ein neuer Weg zur Konfliktlösung, eine moderne Verhandlungslösung.
Mediation bedeutet Vermittlung zwischen zwei oder mehreren Parteien in einem Interessenkonflikt unter Beiziehung eines allparteilichen Dritten. Mit Hilfe eines/r MediatorIn werden faire, interessengerechte Vereinbarungen getroffen, bei denen sich niemand "über den Tisch gezogen" fühlt.
Mediation ermöglicht kreative Lösungen und vermeidet es, VerliererInnen zu schaffen.
Mediation ist keine Therapie. Sie will nicht die innerpsychischen Probleme des/r Einzelnen lösen, sondern mit Blick auf die Zukunft die Konflikte zwischen den betroffenen Menschen.

Was ist das Ziel?

Das Ziel des Mediationsverfahren besteht in der eigenverantwortlichen und gemeinsamen Suche nach kreativen Problemlösungen, die letztlich für alle am Konflikt Beteiligten befriedigend und tragfähig sein sollen (so genannte "win-win-solution"). Mit der angestrebten Problemoptimierung werden nach Möglichkeit zukunftsorientierte wie auch auf Dauer angelegte konsensuale Ergebnisse in Form von abschließenden, gegebenenfalls schriftlichen Vereinbarungen erzielt.

Was passiert in einer Mediation?

Im Mediationsverfahren übernimmt eine/r von allen Seiten akzeptierte/r Dritte/r (der/die MediatorIn) - im Gegensatz zum/r ModeratorIn - zusätzliche Verantwortung für den Fortgang des Verhandlungsprozesses, in dem er/sie z.B. wechselseitig Handlungsspielräume auslotet, Vorurteile auszuräumen versucht sowie Gefahren und regelungsbedürftige Aspekte aufzeigt.
Die Hauptaufgabe des/r MediatorIn liegt im ergebnisorientierten Verfahrensmanagement, in der Strukturierung des Verfahrens und in der Vertrauensbildung. Er/Sie achtet darauf, dass entwürdigende Auseinandersetzungen auf der rein emotionalen Ebene nicht aufkommen, sondern dass trotz aller Gegensätze Raum für gegenseitigen Respekt geschaffen wird.
Zu Beginn der Mediation wird ein (informeller) Vertrag zwischen den Beteiligten über den Umgang miteinander abgeschlossen. Danach werden die einzelnen Sichtweisen dargelegt und der/die MediatorIn versucht, die dahinter liegenden Interessen und Bedürfnisse transparent und für den/die jeweils Andere/n verständlich zu machen. In einem nächsten Schritt werden von den Beteiligten realisierbare Lösungsvorschläge eingebracht. Daraus werden einige Optionen ausgewählt, diskutiert, Ziele formuliert und zu einer Lösung überführt. Die Ergebnisse werden schriftlich festgehalten.

Was sind Grundsätze der Mediation?

  • Freiwilligkeit: Niemand soll und kann zu dieser Form der Konfliktregelung gezwungen werden.
  • Vertraulichkeit: Das Mediationsverfahren ist (mit Ausnahmen spezieller Formen) nicht öffentlich. Der/die MediatorIn ist zur Verschwiegenheit verpflichtet.
  • Offenheit: Der Erfolg der Mediation hängt unter anderem davon ab, dass die Beteiligten alle Informationen und Fakten offen darlegen.
  • Fairness: Zu Beginn der Mediation wird Fairness im Umgang miteinander gemeinsam vereinbart.
  • Entschärfung: Die Beteiligten erklären die Bereitschaft, während der Mediation auf konfliktverschärfende Maßnahmen (z.B. Anwaltskorrespondenz, Prozessanträge, u.ä.) zu verzichten.

Der/die MediatorIn

Der/Die MediatorIn ist "allparteilicher" Dritte/r. Allparteilichkeit heißt, dass die Interessen aller Konfliktbeteiligten berücksichtigt werden.
Der/Die MediatorIn arbeitet als VermittlerIn, der/die in der Gesprächsführung und in der Konfliktbewältigung ausgebildet ist (Mediationsausbildung) und über Erfahrung verfügt. Er/Sie achtet vor allem auf eine konstruktive Atmosphäre und eine zukunftsgerichtete Blickrichtung und unterstützt die Betroffenen mit Informationen, die für eine sachgerechte Lösung notwendig und förderlich sind.

Formen der Mediation

Mediation wird am häufigsten in Trennungs- und Scheidungssituationen mit den daraus resultierenden Konflikten (z.B. Vermögensaufteilung, Unterhalt,...) eingesetzt. Das Verfahren bewährt sich aber auch in anderen Bereichen wie

  • Konflikten am Arbeitsplatz
  • in Unternehmen und Organisationen
  • bei Bauprojekten
  • in Umweltfragen
  • Wohnen und Nachbarschaft
  • Schule
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Personalwesen und Frauenförderung
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